Umsatzsteuer: AMAZON, eBay, ZALANDO und CO. in der Gefährdungshaftung seit dem 01.01.2019:

In den Jahren 2016, 2017 und 2018 haben sich viele chinesische Unternehmer bzw. Unternehmer aus anderen Drittländern bei dem Verkauf von Waren über Onlineplattformbetreiber wie AMAZON weder in Deutschland umsatzsteuerlich registriert noch haben sie Einfuhrumsatzsteuer in Deutschland abgeführt.

Experten schätzen den Schaden durch nicht gezahlte Einfuhrumsatzsteuer aus dem China-Onlinehandel EU-weit auf jährlich fünf Milliarden Euro an. In Deutschland dürfte durch Importe über Amazon und eBay ein Schaden von 800 Millionen Euro entstehen – und der Direkthandel aus China ist darin noch nicht einmal enthalten (vgl. Das Handelsblatt, 10.8.2018, S.1).

Als Reaktion darauf treten zum 01.01.2019 neue Gesetze (§§ 22 f und 25 e UStG) in Kraft als Verhinderung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren auf Internetplattformen (z.B. Amazon, eBay etc.)

§25e UStG regelt die Gefährdungshaftung des Betreibers eines elektronischen Marktplatzes für die nicht entrichtete Umsatzsteuer aus der Lieferung eines Unternehmers, die auf dem von ihm bereitgestellten Marktplatz rechtlich begründet worden ist. Danach haftet der Betreiber nur dann nicht, wenn er eine Bescheinigung der Finanzverwaltung über die steuerliche Erfassung des Online-Unternehmers vorlegt.

Die Haftung greift in Bezug auf Drittlands-Anbieter ab dem 01.03.2019, für alle anderen ab dem 01.10.2019, (vgl. §27 Abs. 25 Satz 4 UStG-E).

Hinweis

Mehr zu dieser Thematik lesen Sie in meinem Beitrag im aktuellen DATEV-MAGAZIN 2019/02

Ansprechpartner: Konstantin Weber, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht, Karlsruhe und Baden-Baden

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.