Unternehmensnachfolgerecht

Die rechtzeitige Planung und Gestaltung der Übergabe von Unternehmen an einen Nachfolger ist für deutsche Unternehmen von großer Bedeutung. Ohne eine langfristige Konzeption wird der Bestand eines Unternehmens gefährdet.

Nach Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung betrifft die Unternehmensnachfolge in Deutschland jährlich etwa 22.000 Unternehmen mit ca. 287.000 Arbeitsplätzen. In der Beratungspraxis ist leider festzustellen, dass eine Nachfolge zwar häufig diskutiert, erstaunlich selten jedoch umgesetzt wird.

Die Gestaltung der Nachfolge in Familienunternehmen ist eine der größten Herausforderungen für dessen Gesellschafter. Auch für den beteiligten Rechtsanwalt stellen sich hohe Anforderungen, nicht nur in rechtlicher und steuerlicher, sondern auch in psychologischer Hinsicht. Denn jede Beratung erfordert schließlich Phantasie für zukünftige Entwicklungen und Fingerspitzengefühl bei der Betreuung der Beteiligten.

Wir beraten jeden Mandanten in jedem Einzelfall umfassend und berücksichtigen seine Interessen und seine Lebenssituation als Unternehmer sowie die Interessen seiner Familie und der übernehmenden Generation. Zu beachten ist schließlich, dass jede lebzeitige Unternehmensnachfolge auch zusätzlich testamentarisch abzusichern ist, um das Risiko einer steckenbleibenden vorweggenommenen Erbfolge aufgrund Vorversterbens des Unternehmers zu verhindern. Also: keine Unternehmensnachfolge ohne Testament! Nachfolgend ist eine Checkliste zu finden.

Checkliste für eine Unternehmensnachfolge:

Wenn es zu einer Fortführung des Unternehmens kommen soll und ein geeigneter Nachfolger als Übernehmer zur Verfügung steht, sind in rechtlicher Hinsicht folgende Aspekte zu klären:

  • Übertragung des Unternehmens zu Lebzeiten oder erst später mit dem Todesfall?

  • Vorherige Umstrukturierung erforderlich?

  • Umfang des zu übertragenden Vermögens, insbesondere Quoten, Teilbetrieb und sonstiges etwa der Gesellschaft im Rahmen einer Betriebsaufspaltung überlassenes Vermögen,

  • Behandlung von Gesellschafterdarlehen,

  • Haftungssituation des Übergebers, Schuldbefreiung von Gesellschaftsverbindlichkeiten,

  • Gegenleistungen zur Sicherung der Versorgung des Übergebers (Nießbrauch, wiederkehrende Zahlungen, Leistungen im Pflegefall),

  • Rückforderungsrechte für den Fall von Fehlentwicklungen auf der Übernehmerseite?

  • Künftige Geschäftsführung,

  • Leistungen an andere Personen (insbesondere Ehegatten und Abkömmlinge des Übergebers),

  • Risiko von Pflichtteilansprüchen,

  • Steuerbelastung der Beteiligten (Schenkungsteuer, Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Grunderwerbsteuer),

  • Nachforderungen aus Garantien/Produkthaftung, steuerliche und sozialrechtliche Nachforderungen (Betriebsprüfungsrisiko),

  • Etwaige Pensionsverpflichtungen der Gesellschaft,

  • Einfluss von "Change of Control"-Klauseln auf Nachfolge,

  • Überleitende Tätigkeit des Übergebers,

  • Mitwirkungs- und/oder Kontrollrechte des Übergebers,

  • Vorsorge des Übernehmers für den Fall des plötzlichen Versterbens, der Scheidung oder der Handlungsunfähigkeit.